Die Zwei Welten bei den Projektmanagement-Systemen

Wie viele Flops braucht es wohl noch, bis es alle begriffen haben: Ein IT-System, das im Projektmanagement alles abdeckt – von der Planung der Tasks durch den Projektleiter zum Kosten-Controlling einschliesslich Integration mit dem Finanz- und Rechnungswesen über das Multiprojekt-Ressourcenmanagement bis hin zum Projektportfolio-Cockpit des Top-Managers –, funktioniert nicht. Heute nicht, morgen nicht und auch nicht irgendwann.

Das hat mit Informatik und Technologie wenig, mit betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Zusammenhängen hingegen sehr viel zu tun. Wie soll die Flexibilität, die der Projektleiter bei seiner Detailplanung benötigt, mit der buchhalterischen Genauigkeit zusammenpassen, die ein Projektkosten-Controlling erfordert? Und was soll der Abteilungsleiter unternehmen, wenn er am nächsten Tag eine völlig andere Auslastungssituation seiner Abteilung vorfindet, ohne zu wissen, welcher der 17 Projektleiter einen Meilenstein aus Versehen auf Juni 2011 statt 2010 gesetzt hat? Solche Fragen stellen sich die meisten Systemanbieter offenbar nicht und bauen ihre Systeme weiter in Richtung allmächtig und damit unbrauchbar aus.

Die Schlussfolgerung, die man aus diesen Beobachtungen ziehen kann, lautet: Tools für den Projektleiter – die eine Welt – müssen einfach und flexibel sein und Änderungen in der Struktur der Projekte nicht nur zulassen, sondern bestmöglich unterstützen. Systemtechnische Zwänge aus übergeordneter Sicht – z.B. die zwingende Vorgabe von Projektstrukturen – müssen unbedingt vermieden werden.  Projekte, deren Abläufe so weit standardisiert sind, dass man von Routine-Prozessen und kaum mehr von Projekten sprechen kann, sind hier ausgeklammert.

Die Unterstützung des Multiprojekt-Controlling – die andere Welt – erfordert vor allem im Kostenbereich die Integration mit dem Finanz- und Rechnungswesen- bzw. mit ERP-Applikationen. Diese Systeme sind meist zu schwach, um das Projektportfolio-Management ausreichend zu unterstützen. Eine technische Integration ist hier sinnvoll.

Systemintegration im Projektmanagement sollte somit nicht vertikal, zwischen Detail- und Grobplanung, sondern horizontal, zwischen den verschiedenen Funktionen, erfolgen. Diese ist schon sehr anspruchsvoll. Wer sie gemeistert hat, darf sich, wenn er es dann noch immer nicht wahrhaben will, mit weiterführenden Integrationsszenarien befassen.

Mehr zum Konzept der Zwei Welten von Scheuring findet der interessierte Blog-Leser im www.pm-schluessel.com bzw. im Fachbuch Der www-Schlüssel zum Projektmanagement.

Wer noch tiefer in die Materie einsteigen möchte, den verweisen wir auf meinen Beitrag im umfassenden Werk Kompetenzbasiertes Projektmanagement von der GPM/IPMA, eine sehr umfassende Darstellung des Konzepts und der Zusammenhänge.

Über die konkrete Umsetzung des Konzepts der zwei Welten in ein Software-System informiert auch die Website www.resSolution.ch

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Projektmanagement, Software

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